Ich mach's jetzt einfach

Shownotes

Yvonne Simon lebte ein erfülltes Leben: sicherer Job bei einer Bank, ein wunderschönes Haus, Reisen um die Welt – und eine große Liebe. Dann kam der Krebs. Nach 17 Monaten Kampf blieb sie allein zurück. Was danach kam, erzählt sie in ihrem Buch „Über den Mut, den ersten Schritt zu wagen" – und in diesem Gespräch. Wir sprechen darüber, wie man weitermacht, wenn man eigentlich nicht weiß wohin. Über den Jakobsweg als Wendepunkt. Über den einen Abend, der alles verändert hat. Und über den roten Faden, der sich durch ihr neues Leben zieht: Ich mach's jetzt einfach. Diese Folge ist für alle Frauen, die gerade auf ihrem eigenen Jakobsweg stehen – und noch nicht losgelaufen sind. Yvonnes Buch: https://amzn.eu/d/05Gz3aWW

Transkript anzeigen

00:00:03: Ich sage herzlich willkommen zu der neuen Ausgabe meines Podcastes.

00:00:08: Jetzt ich, Fünfzig Plus!

00:00:12: Sie hatte alles und dann war auf einmal nichts mehr so wie es war.

00:00:17: Meine heutige Gästin Yvonne Simon kannte das Leben, dass viele von uns anstreben.

00:00:22: Sicherer Job Ein wunderschönes Haus Dass sie mit ihrem Mann liebevoll zur Villa Kunterbund gemacht hat Reisen um die Welt Und eine Liebe, die trägt.

00:00:35: Dann kam der Krebs.

00:00:36: Nach siebzehn Monaten Kampf blieb Yvonne alleine.

00:00:41: und weißt du, was die tat?

00:00:43: Je machte erst mal weiter wie zuvor weil man das so macht, weil man funktioniert bis sie eines Tages entschied nein nicht mehr.

00:00:52: Es ist Zeit, dass ihr Leben aufzurollen und Raum zu schaffen für etwas Neues.

00:00:57: Ich habe Yvones Geschichte gehört Und ich muss dir was gestehen!

00:01:02: Ich hab' Sie nicht nur als Moderatorin gehört, ich hab' sie als Frau gelesen Die selbst weiß, wie es sich dieser Moment anfühlt wenn das Leben plötzlich ein anderes ist.

00:01:14: Auch ich habe meinen Mann verloren und ich weiß wie viel Mut es kostet danach den ersten Schritt

00:01:19: zu machen.

00:01:21: Und genau darum bin ich so froh dass Yvonne heute bei mir ist.

00:01:26: willkommen im Podcast Yvon.

00:01:27: schön dass du da bist!

00:01:30: Liebe Simone, ich bin so glücklich bei dir sein zu dürfen weil wir haben ja schon im Vorgespräch festgestellt.

00:01:35: Wir haben unfassbar viele Gemeinsamkeiten und das ist so verbindend und ich freue mich riesig auf unser Gespräch heute.

00:01:41: Schön!

00:01:42: Ich freu' mich auch.

00:01:43: Ja, das war schon ein bisschen spooky als wir zusammen telefoniert haben wie viel Gemeinsamenheiten wir haben.

00:01:50: Yvonne du hattest alles was sich viele wünscht.

00:01:53: Sicherheit, Liebe, Abenteuer.

00:01:57: Weil hast Du denn zum ersten Mal gespürt dass dieses alles plötzlich gar nichts mehr trennt?

00:02:04: Naja, im Prinzip genauso wie du es gerade beschrieben hast.

00:02:07: Wir dachten wir haben alle Zeit der Welt bis wir sie plötzlich nicht mehr hatten.

00:02:13: und so dieser Tugschluss den wir glaube ich Menschen alle unterliegen – wir können das ja irgendwann mal noch machen weil es ist ja noch so viel übrig Der hat sich halt tatsächlich von einer Minute auf die andere in Luft aufgelöst.

00:02:29: Das war der Valentinstage, hier im Jahr- und Jahrzehntag, wo mein Mann die Diagnose Hirntumor bekommen hat.

00:02:35: Und zu dem Zeitpunkt wussten wir noch nicht genau was es bedeutet – das erfohren wir dann erst später -, dass eine sehr heimtückische Krankheit ist, die eben bis heute leider nicht heilbar ist und in der Stufe, in der er es gehabt hatte mit dem Glioblaston unweigerlich zum Tod führt.

00:02:52: Und wir hatten noch andere.

00:02:55: Hat dir das fortgewusst, dass es so dramatisch ist?

00:02:58: Nee!

00:02:58: Das wussten wir erst mal nicht.

00:03:00: Es ging also wirklich los mit... Er hatte Kopfschmerzen und hat sich mit dem Auto zwei Reifen am Fördernrand zerschnitten was sehr eigenartig war weil er der beste Autofahrer war den ich kannte.

00:03:14: Und das hat ihn sehr stutzig gemacht.

00:03:15: dann ist er zu seiner Hausärztin gegangen.

00:03:17: die hat gesagt hier ist irgendwas komisch und hat ihm überwiesen in die Radiologie und die haben MRTs gemacht.

00:03:25: Und auf dem MRTs waren die Tumore zu sehen, zwei in seinem Kopf.

00:03:30: Daraufhin ist er dann hier in die Klinik überwiesen worden hat doch eine wunderbare Betreuung gehabt da bin ich bis heute noch sehr dankbar dafür und ist dann sehr kurzfristig operiert wurden.

00:03:41: Dann hieß es am Anfang Hürntumor Stufe vier ja was weiß denn ich?

00:03:46: Was das bedeutet.

00:03:49: Dann bin ich dann nach Hause gefahren.

00:03:53: Nach dieser Diagnose, der Chefarzt hatte sich Zeit für uns genommen und habe etwas gemacht was mein Mann danach nie gemacht hat.

00:04:01: Was glaube ich die klügerere Entscheidung war?

00:04:03: Ich hab's gegoogelt.

00:04:06: Und dann kam Glioblastom und das ist halt die aggressivste Form eines Suntumors.

00:04:12: normalerweise ein halbes Jahr maximal noch Lebenszeit mit schlechter Lebensqualität.

00:04:19: Wir hatten noch anderthalb Jahre bei relativ guter Lebensqualität.

00:04:23: Der ist bis zum Schluss auch Tag gewesen, wofür ich sehr dankbar bin.

00:04:27: und ja und ich habe damals dann den Arzt angerufen und hab gesagt sie haben mich belogen oder sie haben uns belogen.

00:04:34: warum haben Sie es uns denn nicht gesagt?

00:04:36: Dann hat er gesagt was macht's denn anders?

00:04:40: Jede Krankheit verläuft anders und man muss einfach sehen, wie sich das bei ihrem Mann entwickelt.

00:04:45: Und letztendlich hat er damit auch so ein Stück weit recht gehabt weil diese Nacht die ich da gehabt habe, die ich mit Google verbracht habe damals gab es ja noch keine KI und in ganz vielen Foren gewesen sind wo Betroffene geschrieben haben also meistens Angehörige und dann natürlich nur die ganz ganz ganz schlimmen Dinge drin gewesen sind.

00:05:06: Das hätte ich mir nicht antun sollen.

00:05:08: So ist es nie eingetroffen, Gott sei Dank!

00:05:11: Wir haben unseren Weg dafür gefunden... Mein Mann war so eine frohe Natur, wir haben immer gesagt wenn sie überhaupt jemanden schaffen kann dann eher weil er so viel Positivität mitgebracht hat und insofern konnten wir die Zeit teilweise noch genießen und gleichzeitig Und da bin ich eben heute auch so viel schlauer Ich bin morgens aufgewacht und wusste, mein Mann wird sterben.

00:05:35: Und ich bin abends ins Bett gegangen.

00:05:38: Das hat natürlich dazu geführt, dass sich ein Kloß im Bauch hatte und das Lachen irgendwo stecken geblieben ist.

00:05:43: Mein Mann hat immer wieder zu mir gesagt, Mensch, wohn' ich lach doch mal!

00:05:46: Und ich hab gesagt es gibt grad nichts zu lachen.

00:05:50: Und mit meiner Erfahrung von heute, ich hätte es weder mit noch ohne Lachen irgendwie verändert.

00:05:54: Aber es wäre vielleicht leichter geworden und deswegen bin ich heute so dafür wenn es tatsächlich solche wahnsinnig dramatischen Dinge gibt.

00:06:03: Man weiß man kann die Sache an sich nicht ändern, die Haltung dazu zu ändern um zu sagen okay dann stelle ich mich darauf ein und mache das für den Moment beste daraus.

00:06:14: Da hätte vielleicht das Lachen dazu gehört Und ich hab da lange mit mir gehadert und weiß aber heute, dass sich das zu dem Zeitpunkt bestmögliche getan habe.

00:06:25: Ich konnte es nicht anders, ich wusste es nicht anderes... ...und insofern hab' ich dann mittlerweile meinen Frieden mit mir

00:06:30: gemacht.".

00:06:31: Ist auch gut weil das ist natürlich auch eine riesige Herausforderung für den Betroffenen,... ...aber auch für den Mensch, die den Betroffenden so doll liebt.

00:06:40: Also ich bin dieser Klos im Hals und auch... Morgens mit Angst wach werden, abends mit Angst ins Bett gehen und sowas.

00:06:48: Ich habe nicht alles total nachvollziehen.

00:06:51: Wenn man natürlich dann so einen Schritt hinter sich hat, ist man immer schlauer.

00:06:56: aber ein guter Freund, der hat mir zu mir gesagt, er hat mich echt getragen das hätte Monster bleibt draußen Hände ich doch hätt ne und da hat es mir sehr viel Kraft gegeben.

00:07:07: jetzt war es ja bei dir siebzehn Monate Kampf wenn man so will und dann alleine.

00:07:13: Was macht man morgens, wenn man aufwacht?

00:07:16: Und das Leben, dass man kennt ist einfach weg.

00:07:20: Schön, dass mich da eine Frau fragt, die selber weiß wie es ist.

00:07:25: Am Anfang war es – ich weiß noch als mein Mann gegangen ist, er ist im Krankenhaus gestorben, weil er dann tatsächlich innerhalb von zwölf Stunden Morgens ging es los mit irren Schmerzen.

00:07:38: Dann habe ich ihn in die Klinik einliefern lassen und da war dann klar, da ist nicht mehr viel zu tun und wir hatten noch ein paar letzte ruhige Stunden miteinander und meine Freundin hat mich dabei gut begleitet Gott sei Dank!

00:07:51: Und tatsächlich als ich nach Hause gekommen bin... Ich weiß nicht wie's dir ging aber ich hab das erst mal gar nicht realisiert, ich hab funktioniert.

00:07:58: Das erste was ich gemacht habe ist, ich habe die Sachen im Bad weggeräumt weil ichs nicht ertragen konnte dass sie noch dastehen Und danach kam so eine Phase von nicht blinder Aktionismus, aber Aktionismus.

00:08:12: Also ich bin so einer, ne?

00:08:13: Ich mach's jetzt einfach Frau!

00:08:14: Ich hab dann also wirklich alles gemacht was es zu machen gab und da gab's eine ganze Menge weil dann eben auch noch Sachen aufgeploppt sind, von denen ich keine Ahnung hatte dass es sie gibt.

00:08:23: das heißt ich hatte gut zu tun und ich habe versucht normal wie möglich zu leben.

00:08:32: Ich bin dann auch nach einer Woche tatsächlich wieder arbeiten gegangen, da haben sie mich alle angeguckt mit großen kugelrunden Augen was machst du denn hier?

00:08:39: Und ich dachte ja und das sichert mir das über Leben.

00:08:42: Gleichzeitig war es so, ich war damals noch bei einer großen deutschen Bank und war in meinem ersten Meeting und die unterhielten sich über ich habe keine Ahnung also die wichtigen Sachen der Bank und ich hab die so angeschaut und gedacht darüber redet ihr echt!

00:08:56: Das sind eure Probleme.

00:08:58: Und Simone, du wirst es kennen.

00:09:00: Irgendwann holst dich ein und dann bist du wieder genau da wo du vorher geredet

00:09:03: bist.".

00:09:04: Und das wollte ich dann irgendwann nicht mehr weil ich dann gesagt habe ist also wenn der Tod meines Mannes nun schon sein muss, dann muss er doch wenigstens für irgendwas gut sein.

00:09:15: und danach hab' ich dann tatsächlich gesucht.

00:09:18: Ja!

00:09:19: Du schreibst ja auch in deinem Buch.

00:09:20: Da finde ich jetzt ganz spannend von einem Abend mit allen früheren Kollegen Heiko.

00:09:27: der alles verändert hat.

00:09:29: Was ist denn passiert an dem Abend?

00:09:31: Ja, das Verrückte ist wir müssen dann Zeitsprung machen.

00:09:34: also mein Mann ist im Juli zwanzig zwölf gestorben und ich sag mal da war so dieses erste Jahr was das Herausforderste gewesen ist also Prinzip Alles das erste Mal alleine oder ein Weihnachtengeburtstage Urlaubstage, irgendwas.

00:09:54: Also es war so diese Findungsphase.

00:09:56: da waren wirklich Momente dabei wo ich dachte wie geht denn eigentlich morgens noch die Sonne auf?

00:10:03: und sie tut's halt einfach.

00:10:04: und irgendwann kam dieser Switch im Sinne von wenn ich jetzt weiß dass Lebenszeit so kostbar ist was mache ich dann mit dem Rest meines Lebens?

00:10:13: Und in der Zwischenzeit waren drei Jahre vergangen.

00:10:17: Ich lasse ein für mich lebensveränderndes Buch nämlich das Kaffee am Rande der Welt von John Stolecky Und der stellt drei sehr entscheidende Fragen, nämlich einmal fürst du ein erfülltes Leben.

00:10:30: Hast du Angst vor dem Tod und warum bist du hier?

00:10:34: Und diese Frage nach dem Warum Bist Du Hier?

00:10:36: also was ist der Sinn deines Lebens?

00:10:37: die hat mich dann echt umgetrieben.

00:10:40: Und zu diesem Zeitpunkt hatte eine Freundin von mir Geburtstag und hat einen Rundengeburtstag, hat groß eingeladen.

00:10:45: Und unter anderem war auch Heiko eingeladen, ehemalige Kollege von mir.

00:10:49: Der hatte sie schon längst aus der Bank verabschiedet ein neues Leben angefangen.

00:10:54: Wir hatten im Vorfeld, wir kannten uns aber nie so diesen engen Draht.

00:10:58: An dem Abend hatten wir schon ein sehr schönes Gespräch wo wir gesagt haben es wäre schade wenn das hier aufhören würde.

00:11:04: lass uns doch mal treffen.

00:11:05: er lebt in Bremen ich in Leipzig Und er sagte nicht das nächste Mal in Leipzig bin, dann treffen wir uns.

00:11:10: Wir trafen uns in einer kleinen Weinbar und es war so... Ich weiß nicht ob du das kennst?

00:11:17: Wir haben angefangen zu reden und irgendwie gab's einen Ansatz den anderen und er hat mir erzählt von Dingen die für mich noch zu dem Zeitpunkt völlig fremd waren.

00:11:25: Wir sprachen über Aufstellungsarbeit.

00:11:30: Die gewaltfreie Kommunikation von Marshall Rosenberg, die wo er als selber gerade die Ausbildung absolviert hat und wir sprachen über den Jakobsweg.

00:11:39: Und jetzt sind da draußen wahrscheinlich auch Millionen von Menschen, die sagen ja ich habe das Buch von Habi Kerkeling gelesen und ich will das immer schon mal machen.

00:11:48: Ich gehöre dazu und wollte es immer schon einmal machen aber ne also sechs Wochen am Stück wo soll ich der Daniel Urlaub hernehmen?

00:11:55: Und dann diese Herbergen und dann geht's durch die Pyrenäne und da muss ich Berge runter und das kann nicht weil ich Bergabsteigangst habe.

00:12:04: Heiko hörte sich das alles so an und schmunzelte vor sich hin.

00:12:08: dann geht auch dem Portugiesischen Jakobsweg.

00:12:10: Der ist deutlich kürzer, das schaffst du in zwei Wochen, der ist nicht so steil und der ist wunderschön!

00:12:15: Und da hatte er sowas in mich gesetzt, so einen kleinen Funken, wo ich dachte – und dem gehst du nach?

00:12:23: Und dann habe ich abends tatsächlich angefangen, das Ganze zu recherchieren.

00:12:26: Das Gespräch war im Februar und im Mai war ich dann tatsächlich mit meinen Wanderschuhen, meinem Rucksack, meinen Stöcken auf dem portugiesischem Jakopsweg und hatte eine wundervolle Zeit.

00:12:39: War das dann dieser Abend oder war das eher der Funke, der sowieso schon da war und den du vielleicht lange gesucht hast?

00:12:48: Naja stell dir vor es ist so ein kleines Feuerchen was schon so brennt.

00:12:52: So ein bisschen aber immer wieder ausgehen will und dann kommt jemand und legt so ein richtig knackiges Stück Holz darauf Und dann entflammt.

00:13:01: Also ja, also die Flamme war schon so ein bisschen da aber eben noch sehr im Untergrund und mit diesem Abend ging ein Feuerwerk los.

00:13:11: Das ist dann so dieser Ich mach's jetzt einfach, ne?

00:13:14: Da zinkt ihr immer leicht gesagt, ich bin ja aus der Macherier nicht.

00:13:18: Machs jetzt einfach!

00:13:20: Aber was war dein erster Schritt bei dem du innerlich vielleicht sogar so'n bisschen gezittert hast?

00:13:28: Es war nicht der Jakobsweg... Der hat sich für mich noch sehr, sehr stimmig angefühlt.

00:13:36: Auf dem Jakobsweg habe ich mir ganz viele Fragen mitgenommen und eine davon war tatsächlich will ich das Unternehmen für dass ich zu dem Zeitpunkt fünfundzwanzig Jahre tätig gewesen bin verlassen oder nicht?

00:13:47: Und der Jakobs weg war nicht lieb mit mir in dem Fall weil er hat mir die Antwort nicht gegeben.

00:13:52: Das heißt, als ich bin zurückgekommen war dann sauer auf mich und den Weg.

00:13:55: Weil also ich wollte ja jetzt wissen wie es weitergeht und wusste es dann irgendwie doch noch nicht.

00:13:59: aber das Unterbewusstsein arbeitet ja weiter.

00:14:02: Und zu dem Zeitpunkt war die Bank mal wieder in einer Umstrukturierung.

00:14:06: das machen wir so gefühlt aller zwei Jahre und Es war klar es würden sich so Dinge verändern.

00:14:14: Und ich bin morgens aufgestanden und wusste noch nicht, dass heute der Tag sein wird.

00:14:19: Wo ich zu meinem Chef gehe und sage, Ich hätte gerne einen Aufhebungsvertrag.

00:14:23: Es war dieser Tag.

00:14:24: Und tatsächlich als ich dann da saß, war so wirklich dieser Moment ist das jetzt tatsächlich der richtige Weg.

00:14:33: Und nun gibt es ja viele Menschen im Umfeld die es irre gut mit einem meinen.

00:14:38: die dann sagen, bist du denn wahnsinnig geworden?

00:14:40: und die Sicherheit.

00:14:41: Und am fünftzehnten das Gehalt!

00:14:43: Und hast Du mal an Deine Rente gedacht?

00:14:47: In Deinem Alter, zu dem Zeitpunkt war ich achtundvierzig.

00:14:52: Da war so wirklich dieser Moment, wo ich mal ins Zweifeln gekommen bin.

00:14:56: Und dann war auch ein Kollege im Nachbarbüro mit dem ich mich ausgetauscht habe.

00:15:00: So im Sinne von ist das wirklich richtig und er hat damals zu mir gesagt Frau Simon alle die ich kenne, die die Bank verlassen haben und einen anderen Weg gegangen sind, haben es nicht einen einzigen Tag bereut.

00:15:11: Mir gedacht okay ich mach's jetzt rein.

00:15:14: Auch das kann ich super nachvollziehen.

00:15:15: Ich hab mit Anfang fünftig Jahren noch mal beruflich, um es nicht erweitert sozusagen und habe auch mein gutgehenden Friseursalon aufgegeben.

00:15:26: Und da kam genauso ein Wende, dir geht's doch zu gut!

00:15:31: Meine Freundin flirten mit der Rente und du fängst nochmal von vorne an und ich hatte wirklich auch ganz viel Schiss zwischendurch, ganz viel.

00:15:40: aber ich hab's auch keinen Tag Bereut.

00:15:43: Gibt es denn irgendwas, wenn du jetzt noch mal kurz über den Jagdgopsweg sprechen?

00:15:48: Das war für dich natürlich dann mehr wie eine Wanderung.

00:15:52: Was laufst du denn, weil hat dieser Weg denn geschafft?

00:15:54: was Gespräche Zeit und Therapie nicht geschafft haben?

00:16:01: Die ist das Wunderbare am Wandern.

00:16:03: erst dass deine Seele die Geschwindigkeit mithalten kann.

00:16:07: Also schon wenn du Fahrrad fahren, Autofahren vom Fliegen gar nicht zu reden bist du ja immer im Prinzip so schnell körperlich unterwegs.

00:16:16: aber deine Seele ist eigentlich noch am Ausgangsort oder hängt immer so ein Stück weit hinterher und das ist beim Wandern eben nicht so.

00:16:24: Du bist im Prinzip die ganze Zeit so komplett bei dir.

00:16:28: Das ist eine irre Erfahrung, die ich da gemacht habe.

00:16:31: Und ich finde das ja immer wieder so lustig als ich mit Heiko darüber gesprochen habe, dass er den Jakobsweg gegangen ist.

00:16:38: Da hab' ich ja gedacht man macht das alleine und ich hab übrigens auch gedacht, dass Heiko das alleine gemacht hat.

00:16:45: Dann bin ich halt auch alleine losgezogen und wurde eines Besseren belehrt, also ich weiß jetzt auch viele Jahre später dass er mit seiner Frau gemeinsam gewandert ist.

00:16:52: Aber das hatte er nicht erwähnt und ich habe es auch gar nicht erfragt weil das ja für mich so klar war man macht es alleine!

00:16:58: Und dann hab' ich da also Mütter mit Söhnen, Väter mit Töchtern, Freundinnen, Kolleginnen, Schwestern alles Mögliche getroffen.

00:17:07: Gruppen die wenigsten waren tatsächlich allein unterwegs Und gleichzeitig fand ich dieses für mich alleine unterwegs sein.

00:17:16: So wundervoll, weil ich immer entscheiden konnte, wann will ich wirklich komplett bei mir sein und mit mir und über die Dinge des Lebens nachdenken?

00:17:25: Und wann schließe ich mich anderen an?

00:17:27: Es hat mich auch viel offener gemacht!

00:17:29: Mein Mann war so ein Typ Everybody's Darling, der machte die Türen auf und ich musste nur durchgehen.

00:17:35: Dann war er ja nicht mehr da.

00:17:36: und bitte jetzt muss ich diese Türe selber aufmachen um Himmels willen Und dieser Jakobsweg hat mir gezeigt, wie leicht es sein kann wenn die Bereitschaft dafür da ist.

00:17:46: Ich habe unfassbar interessante Menschen getroffen.

00:17:49: mit einigen habe ich auch heute noch Kontakt gerade auch als ich das Buch geschrieben habe.

00:17:53: Habe ich den einen oder anderen die andere nochmal angeschrieben und das war so dieser Mix aus den Gedanken die ich hatte.

00:18:00: Und wenn ich irgendwo hingeblieben bin, habe ich immer jemanden getroffen der genau dafür der richtige Sparrowings-Partner gewesen ist.

00:18:08: Also ich sage zu dir, Jakobsweg gibt dir zu jedem Zeitpunkt genau das was du gerade brauchst und sei es... Ich hab die Wasserflasche vergessen aufzufüllen dass es im Wald plötzlich ein Mann gibt, der den Deckel seines Kofferraums aufmacht und Wasserflächen verkauft.

00:18:21: Das gab's vorher nicht, das gabs danach nicht!

00:18:24: Und das war so dieses Faszinierende tatsächlich zum Merken wenn ich so ganz bei mir bin, dass meine Bedürfnisse erfüllt werden

00:18:36: und

00:18:37: das sich im Einklang bennt.

00:18:39: In meiner inneren Mitte.

00:18:40: Das hört sich so abgedroschen an!

00:18:42: Und es ist trotzdem so.

00:18:44: Wer ist Haukel denn heute für dich?

00:18:47: Er ist in Prinzip ein Stück weit mein Mentor geblieben.

00:18:50: Er hat mich natürlich auch auf dem Jakobsweg We Are WhatsApp begleitet und hat mir immer mal wirklich sehr, sehr schöne Nachrichten geschrieben.

00:19:01: Ich habe danach eher die ganzen Ausbildungen begonnen.

00:19:03: Also ich hab ja dann gekündigt, habe mir ein Jahr für Aus- und Weiterbildung genommen und habe da viel gemacht, mich damit auch immer wieder ausgetauscht.

00:19:11: Heute ist es tatsächlich so ein Austausch auf Augenhöhe weil wir sehen uns... Ja, so einmal im Jahr dieses Jahr haben wir uns auch schon gesehen.

00:19:22: Weil ich eben das Buch überreicht habe und ich hab es ihm ja gewidmet.

00:19:26: Ich glaube, dass hat ihn auch ein bisschen gefreut.

00:19:28: er konnte nicht ganz so zeigen Ah, es ist nicht so seine Art.

00:19:32: Aber für mich ist er im Prinzip ... Wenn man die hellen Reise sieht und da die klassische Held ist in wunderbaren Leben dann kommt ein Einschnitt und dann kommt einen Mentor und nimmt einen mit.

00:19:43: Und dann geht man sozusagen... Die Reise ist eher mein Mentor gewesen und ich werde ihm ein Leben lang dankbar dafür sein, dass er diesen Holz-Scheid auf dieses glimmende kleine Feuer gelegt hat.

00:19:56: Du hast ja schon vorausgenommen haben Irgendwann entschieden und schreibt es jetzt alles auf.

00:20:02: Dann hast du auch schon gesagt, für wen du's eigentlich aufgeschrieben hast aber doch bestimmt auch für dich oder andere?

00:20:08: Oder nur für Heiko?

00:20:10: Nein!

00:20:11: Also ich behaupte jedes Buch, jedes erste Buch was man schreibt, schreibt man erstmal tatsächlich für sich.

00:20:18: Und bei mir ist das tatsächlich eine Leidenschaft einer Eine Sehnsucht gewesen, die zieht sich seit meiner Kindheit.

00:20:25: Ich habe in meiner Kindkeit schon Geschichten geschrieben, hab damals im zarten Alter von dreizehn, die meine zehn Jahre älteren Schwager geschenkt.

00:20:34: und es war immer so dieses und irgendwann schreibe ich ein Buch.

00:20:39: Und als ich auf dem Jakobsweg gewesen bin Ich habe viel geblockt, also es gibt ein Reiseblog von mir über die verschiedenen Reisen, die ich gemacht habe und das hat mir immer große Freude gemacht.

00:20:50: Weil wenn ich alleine unterwegs gewesen bin war das so mein Austausch mit der Außenwelt.

00:20:54: Also dieses...ich bin so für das Sinnhaft, ne?

00:20:58: Ich möchte immer gerne dass irgendetwas Sinn hat!

00:21:01: Und wenn diese Reisen dann Sinn nicht nur für mich haben sondern auch für andere weil ich sie unterhalte, weil ich Sie mitnehme, weil sich inspiriere Wundervoll.

00:21:09: Und während des Jakobswegs dachte ich schon mal darüber nach, eben dann ein Buch zu schreiben.

00:21:13: Weil mir Menschen auch gespiegelt haben die Stärke, die ich da mitbringe... Die waren ja selber so nicht bewusst!

00:21:19: Ich mache es jetzt einfach für mich als blinde Flecken.

00:21:22: Für mich ist das völlig klar dass es Dinge gibt, die sich gut können und die doch aber normal sind.

00:21:28: Das sind sie halt eben nicht.

00:21:32: Deswegen war immer noch dieser tiefere Grund Oh ja, dieses Buch, das will mal geschrieben werden.

00:21:39: Aber wer bin schon ich?

00:21:40: Dass ich ein Buch schreibe!

00:21:41: Wo soll ich denn die Zeit dafür hernehmen und worüber soll ich den schreiben und wen soll es denn

00:21:46: interessieren?".

00:21:48: Und dann... wir beide haben eine gemeinsame Bekannte, die Anja Kohn, die ich jetzt mittlerweile auch schon seit drei Jahren kenne und schätze und liebe.

00:21:58: Die Anja hat im Mai letzten Jahres beschlossen für sich, dass sie den Lebensgeschichtenverlag gründen wird.

00:22:06: Hat das in einem Podcast erzählt und ich habe sie kontaktiert und hab gesagt Anja wie wär's denn wenn wir mein Buch in deinem Verlag zur Welt bringen?

00:22:17: Und dann war so dieses tatsächlich auch.

00:22:19: wofür schreibe ich dieses Buch?

00:22:22: und ich schreiber es für die Menschen die Anwendepunkten stehen die vielleicht auch mal reflektieren wollen über ihr Leben, wo stehe ich denn und was kann ich den noch erreichen?

00:22:35: Und vielleicht auch für die, die noch zaudern und sagen ah das mit diesem ersten Schritt.

00:22:40: Das ist irgendwie für mich eine echte Hürde weil es verändert sich ja etwas!

00:22:46: Ich brauche vielleicht ein bisschen Mut dafür, ich brauche auf jeden Fall eine Entscheidung dafür und wie könnte es denn

00:22:52: gehen?!

00:22:54: Und ich bin der Meinung, wir Menschen lernen nicht aus den Büchern die sieben Schritte zu.

00:22:59: Sondern ich glaube tatsächlich, wir lernen aus den Geschichten anderer Menschen und deswegen habe ich meine aufgeschrieben um eben Menschen zu zeigen so kann es gehen!

00:23:11: Nicht als Allheilmittel sondern so hab' ich's gemacht und vielleicht findest du ja irgendetwas wieder was für dich auch stimmig ist.

00:23:18: Mein Lieblingssatz ist immer nimm mit was zu dir passt.

00:23:21: den Restlers liegen

00:23:23: Genau.

00:23:24: Yvonne, ich hänge an deinen Lippen.

00:23:26: Ich könnte dir noch Stunden zuhören.

00:23:29: Erst mal sage ich dir von Herzen für deine Offenheit und deine Geschichte.

00:23:34: Und eigentlich auch für diesen Einsatz.

00:23:35: ja alles sag' ich.

00:23:36: mach's jetzt einfach!

00:23:38: Dein Buch gibt es natürlich bei Amazon, da werde ich auf jeden Fall auch ein Link mit in die Show nutz machen... ...und an euch liebe Hörerinnen wenn euch diese Folge was gegeben hat dann teilt sie mit eurer Freundin nach Schwester nach Frau die gerade auf ihrem eigenen Jagdaufsweg steht und noch nicht weiß, dass sie vielleicht schon mittendrin ist.

00:23:58: Bis zum nächsten Folge!

00:24:01: Ich bin Simone und ihr wisst, Wirkung kommt

00:24:05: von N.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.